Vom Bodenseeboot zur Blauwasseryacht

Über die letzten Monate hinweg hat sich unser Boot von außen kaum verändert. Das hat sich gestern und vorgestern geändert. Wüsste unser Nachbar im Winterlager nicht, was wir vorhaben, spätestens nach diesem Wochenende würde er Verdacht schöpfen…

Samstag und Sonntag waren wir trotz Eiseskälte und Schnee ziemlich fleißig und haben das äußere Erscheinungsbild unserer aracanga deutlich in Richtung Fahrtenyacht geändert. Zuerst haben wir uns am Heck zu schaffen gemacht: Die Badeleiter musste weichen für die Halterung der Windfahnensteuerung, die uns das steuern des Bootes auf den langen Passagen abnehmen soll. Die Halterung besteht aus vier massiven Aluminiumrohren, die mit Rohrverbindern (ebenfalls aus Alu, wegen der Elektrolyse) zusammengehalten werden. Um die Windfahne auszurichten haben wir sie mit zwei Leinen an die Decke des Vordachs gehängt und so lange mal hier mal dort an den Leinen gezupft, bis sie exakt in der passenden Position hing. Dann konnten wir die Rohre mit den Rohrverbindern ansetzen und alles ans Heck schrauben. Damit die Kraft auf eine größere Fläche verteilt wird haben wir die Innenseite des Heckspiegels (so heißt die hintere Bordwand) an den vier Aufnahmepunkten mit ganz einfachen Küchenbrettern aus Hartplastik verstärkt. Die Halterung hat außerdem den schönen Nebeneffekt, dass wir auf den oberen beiden Rohren mit ein paar Teakholzleisten eine schöne, kleine Badeplattform bauen können. Und weil ein großes Projekt am Tag genug ist und es dann auch schon fast dunkel war und die Finger außerdem kurz vor dem Kältetod standen war dann Feierabend. Die nächste Aufgabe, Sprayhood anpassen, haben wir dann am nächsten Tag in Angriff genommen.

Die meisten Boote sind mit einer Sprayhood aus speziellem, UV- und Salzwasserbeständigem Persenningstoff ausgestattet. Wir wollten allerdings ein fest konstruiertes Spritzverdeck, auch Doghouse oder Dodger genannt, das wir uns selbst gebaut haben (hier der Blogartikel zum Bau). Mit Hilfe eines Flaschenzuges an einem Stahlträger des Dachs haben wir die Sprayhood an Bord gehievt und dann mit Stichsäge und Schleifmaschine an die Rundung des Decks angepasst. Fürs Erste sitzt sie in der richtigen Position, befestigt an Deck haben wir sie noch nicht, das machen wir nächstes Mal. Wahnsinn, wie sich durch ein einziges Bauteil das gesamte Erscheinungsbild eines Bootes ändert. Leider gewinnt ein Boot, gerade ein kleines Boot, selten an Eleganz wenn nach oben angebaut wird. So auch in unserem Fall. Aber trotzdem, auch wenn sie etwas an Eleganz eingebüßt hat, dafür hat sie jetzt einen richtigen Expeditionscharakter bekommen und sieht auf einmal nach dem aus, was wir vorhaben: Blauwassersegeln. Und wenn in einem halben Jahr die ersten Wellen übers Deck waschen, dann werden wir mit Sicherheit froh um die Sprayhood sein.

Neben den ganzen großen Neuerungen an Deck haben wir auch noch unter Deck ein paar Kleinigkeiten erledigt: So hat jetzt die Bugkabine eine dreieckige Matte unter der noch nicht vorhandenen Matratze, die dafür sorgt, dass die Matratze auch von unten etwas belüftet wird und nicht anfängt zu schimmeln. Apropos Bugkabine, man beachte die schöne, neue Wandverkleidung, die wir vor ein paar Wochen angeklebt haben. Wird doch ganz gemütlich, oder? Und maßgeschneiderte, neue Vorhänge gibt es auch noch, die müssen nur noch einmal durch Rikis Nähmaschine gejagt werden, dann passen sie einwandfrei. Es geht was voran!

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Ein Kommentar

  1. Pingback:Der Countdown zur Weltumsegelung läuft - ahoi.blog

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