Es könnte so einfach sein…

… ist es aber nicht. Der aufmerksame Beobachter konnte letztes Wochenende durchaus den ein- oder anderen Fluch durch Seelfingen hallen hören. Was am Samstagmorgen hochmotiviert mit brandneuem Exzenterschleifer und einer großen Box voller Schleifscheiben begonnen hatte, ist relativ schnell in schierer Ernüchterung geendet. Nach ca. einer Stunde war gerade mal eine Fläche von 10 mal 20 cm geschliffen. Aber irgendwie muss die ganze alte Farbe vom Unterwasserschiff trotzdem runter. Und da ist sehr viel Farbe drauf, seit 1981 (da wurde das Boot gebaut) jedes Jahr ein oder zwei neue Schichten. Und das Zeug ist steinhart und keine andere Farbe hält darauf. Das Problem ist, VC17 (das alte Antifouling) ist ein Süßwasserantifouling, eine einkomonentige Farbe mit Teflonanteil. Auf Teflon hält sowieso nichts und unser neues Antifouling (Coppercoat) ist zweikomponentig und darf somit nicht auf einkomponentige Untergründe gepinselt werden. 

Das Schleifen haben wir jedenfalls aufs nächste Mal vertagt und in der Zwischenzeit wollen wir uns mal schlau machen, ob es nicht noch eine Alternative gibt, die alte Farbe zu entfernen. Nach einiger Recherche sind wir auf die Kombination Aceton und Ziehklinge gekommen, vielleicht klappt es damit besser. Wir werden berichten.

Etwas besser aber auch nicht ganz ohne Fluchen ging es bei Riki voran. Aber im Gegensatz zum Schleifen kann sich ihr Ergebnis sehen lassen. Sie hat sich um unseren Decksbelag gekümmert. Wie bereits geschrieben möchten wir das Deck zwecks besserer Griffigkeit mit TBS bekleben. Ein paar Quadratmeter Reststücke und Verschnitt TBS haben wir von der Ivalu übrig. Da das Zeug schweineteuer ist möchten wir mit den vorhandenen Resten klarkommen und möglichst wenig nachkaufen. Also muss jedes noch so kleine Stück genutzt werden und darum haben wir uns für Dreiecke entschieden,  so sind wir am effizientesten. Zwei Drittel vom Deck sind bereits zugeschnitten und es sieht so aus, als würde das Material auch noch für das restliche Drittel reichen.

Aber es gab nicht nur Flüche zu hören, es war durchaus auch das ein- oder andere High-Five dabei. Zum Beispiel als die Bodenbretter und der Salontisch den Weg zurück ins Boot gefunden haben oder das Bad endlich komplett zusammengebaut war. Jetzt sieht es unter Deck schon fast wohnlich aus. 

Ansonsten gab es wie immer noch einige Kleinigkeiten zu tun: Zum Beispiel haben wir sämtliche Edelstahlschrauben, die in Aluminium geschraubt sind, rausgeschraubt und mit einem Trennmittel neu eingesetzt. Ansonsten würden die verschiedenen Metalle im Salzwasser miteinander reagieren und das unedlere Metall (in diesem Fall das Aluminium) würde zerfressen. Als Trennmittel kann man entweder das sehr teure Tef-Gel beim Bootsausstatter kaufen oder im Drogeriemarkt günstiges Lanolin (Wollfett) besorgen, funktioniert ganz genauso. Aus dem gleichen Grund werden am Unterwasserschiff sogenannte Opferanoden angebracht, die den einzigen Zweck haben mit der Zeit zerfressen zu werden und somit die anderen Metalle am Rumpf zu schützen. Die Opferanoden sind meist aus Zink oder Magnesium, da diese Metalle chemisch gesehen sehr unedel sind und somit als erstes angegriffen werden. 

So, genug des Fachgesimpels. Für alle Chemiefreaks geht´s hier weiter. Und auch genug für heute. Wer einen guten Tipp hat, wie man VC17 am besten entfernt, gerne her damit. Und wer eine Alternative zum Fitnessstudio sucht ist herzlich eingeladen, sich an unserem Unterwasserschiff zu versuchen 😉

Viele liebe Grüße senden Riki und Martin

 

 

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4 Kommentare

  1. Liebe Riki, lieber Martin,
    gern biete ich meine / unsere Hilfe an – habe das gleiche mit der OLIVE erlebt – es ist alles gut geworden. ( Ziehklingen, Muskelkraft, Staubschutz und viel Zuversicht ) – zu mehreren macht das wahrscheinlich sogar Spaß – die Erfahrung fehlte mir damals….

    • Riki und Martin

      Ihr Lieben, das ist total nett von Euch und da sind wir so frei und kommen gerne drauf zurück 😉 Danke!

  2. Hallo Ihr Beiden
    Wir können auch nur aus eigener Erfahrung die Ziehklinge vorschlagen. Mann kann das Unterwasswerschiff auch Sandstrahlen lassen. Geht sogar bei GFK. Die Düsen können so genau eingestellt werden das sogar Osmosestellen abgetragen werden können. Haben einige bei uns im Verein machen lassen. Kostet etwa bei Eurer Schiffsgrösse 600.- Euro
    Zeit und Geld? Muss man in die Waagschale werfen. VLG die Buschis

  3. Pingback:altes Antifouling entfernen - www.ahoi.blog

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