Leichtmatrose ahoi

Ein Leichtmatrose für die aracanga

Es läuft mal wieder nicht wie geplant, aber manche Dinge kann man nicht planen, die passieren einfach. Naja, ganz ungeplant ist es auch nicht, aber es doch sehr überraschend für uns. Und, auch wenn wir schon wieder unsere Pläne über den Haufen werfen und die Weiterreise noch einmal nach hinten verschieben, diesmal ist der Grund dafür ein ziemlich cooler und wir freuen uns total. Denn wenn wir wieder an Bord zurückkehren, werden wir nicht mehr wie gehabt zu zweit weitersegeln, sondern ein kleiner Leichtmatrose „made in Gambia“ wird mit auf der aracanga einziehen.

Riki im fünften Monat

„Wer weiß, wofür es gut ist“ haben wir uns gesagt, als Riki mit ihrer Mega-Ohrenentzündung im Krankenhaus lag. Die Antwort haben wir schon bald darauf erhalten. Konkret bedeutet das zwar für uns, dass wir unseren Heimaturlaub noch einmal um ein paar Monate verlängern und den Winter über noch hier in Deutschland bleiben werden, aber in diesem Fall machen wir das gerne. Wir haben zwar überlegt, bevor das Baby kommt noch über den Atlantik auf eine der französischen Karibikinseln zu segeln, uns dann aber dagegen entschieden. Eine Atlantiküberquerung wäre ab November möglich, das würde aber bedeuten, dass wir nur wenige Wochen vor den errechneten Geburtstermin in der Karibik ankommen würden. Dieses Risiko war uns dann doch zu groß. Also bleiben wir schön brav hier und segeln dann etwas später mit Verstärkung über den Atlantik. Wohin genau ist noch offen, aber wir liebäugeln zur Zeit mit Brasilien.

Jetzt ist genau Halbzeit. 20 Wochen Schwangerschaft liegen bereits hinter uns und 20 Wochen liegen noch vor uns. Der errechnete Termin ist der 02.02.2020. Cooles Datum, oder? Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es genau an diesem Tag kommt ist ziemlich gering…

Von SUPs und Sinuskurven

Unser neues Crewmitglied wird mit Sicherheit die mit Abstand größte Veränderung an Bord sein. Aber da es ziemlich lange dauert, bis der Leichtmatrose ausgebrütet sein wird, haben wir viel Zeit, uns auch über sonstige Veränderungen, Verbesserungen, Reparaturen und Ersatzteile Gedanken zu machen. Was wir an Bord wirklich vermissen, ist irgendeine Art von zweitem Dinghi, am liebsten ein Kajak oder SUP, und zwar aus mehreren Gründen: Zum einen gibt ein zweites Beiboot viel mehr Unabhängigkeit, denn wenn einer an Land ist, ist der oder die Andere an Bord gefesselt. Zum Zweiten ist es kaum möglich, ein Schlauchboot zu rudern, sobald etwas Wind oder Strömung im Spiel ist, somit ist man immer auf den Außenborder angewiesen. manchmal ist es aber einfach schön, in aller Ruhe die Gegend zu erkunden, anstatt immer mit dem lauten Geknatter. Und drittens tut ein bisschen Bewegung einfach gut und Paddeln ist genau wie Schwimmen ein schöner Ausgleich zum vielen Herumsitzen an Bord.

Martin auf dem neuen SUP
Unser neues Spielzeug

Also was jetzt, SUP oder Kajak? Wir haben uns für beides entschieden. Nicht, weil wir ja gar so viel Platz an Bord haben, denn weil man auf unser neues SUP von Bluefin ganz einfach einen Sitz montieren kann und somit ein Kajak hat. Und an dieser Stelle machen wir gerne ein bisschen Werbung für Bluefin und unser Cruise 12, das wir bereits ausgiebig bei uns am Ammersee und am Lech getestet haben. Wir haben uns für dieses SUP entschieden, weil die Bords in allen Vergleichtests gewonnen und überzeugt haben. Und wer sich auch so ein Bord zulegen möchte, mit unserem Code „AHOI10“ gibt´s 10% Ermäßigung beim Kauf eines Bluefin SUP.

Mit unserem Dinghi sind wir übrigens nach wie vor sehr zufrieden und das Bord ist keine Konkurrenz, sondern eine ziemlich coole Ergänzung dazu.

Des Weiteren haben wir uns endlich einen guten Wechselrichter (so heißt das Teil, mit dem man 12 Volt in 220 Volt umwandeln kann) mit echter Sinuskurve für unsere „aracanga“ gekauft. Mit unserem alten, billigen Wechselrichter mit modifiziertem Sinus hatten wir oft Probleme, wenn wir sensible Geräte wie z.B. einen Laptop angesteckt haben und vermuten, dass dieser auch eine unserer externen Festplatten auf dem Gewissen hat. Oft brauchen wir ihn zwar nicht, denn so gut wie alles an Bord läuft auf 12 Volt oder USB, aber manche Geräte, wie z.B. das Ladegerät unseres Akkuschraubers oder besagter Laptop, laufen eben nicht auf 12 Volt. Außerdem haben wir zwei weitere Ventilatoren für unter Deck besorgt, einen mit USB und einen etwas größeren auf 12 Volt. So heiß wie im Landesinneren in Gambia wird es zwar nur selten wieder werden, aber viel kühler wird es in Brasilien laut unserem neuen Cruising Guide wohl auch nicht sein.

Die aracanga in der YACHT und auf der Interboot

Die aracanga in der YACHT

Apropos Gambia: In der aktuellen Ausgabe der YACHT (Nummer 19) gibt es einen achtseitigen Artikel von uns über Westafrika. Wer also lieber Geschichten von fernen Ländern und vom Segeln liest, als diese faden Blogbeiträge von Invertern und Kinderkrigen, der ist mit dem aktuellen Heft bestens bedient. Unser Artikel ist nämlich in bester Gesellschaft mit Auszügen aus Wilfried Erdmanns neuem Buch „Warum wir immer weiter segeln“ und der schrägen Geschichte über die wilde Reise von Guirec Soudée mit seinem Huhn Monique.

Und gleich nochmals apropos: Diesmal apropos YACHT: Vom 21. bis zum 29. September findet in Friedrichshafen am Bodensee die Bootsmesse „Interboot“ statt. Dort werden wir an beiden Wochenenden am Samstag und Sonntag auf dem Stand der YACHT Vorträge über unsere Reise halten. Wir freuen uns, wenn der ein oder andere Zuhörer den Weg dorthin findet.

  • jeweils um 12.00 Uhr: „Kleines Boot auf großer Fahrt – Vorbereitung, Planung und Ausrüstung“
  • jeweils um 14.00 Uhr: „Abenteuer Afrika“

Alte Liebe rostet nicht

So, und zu guter letzt gibt es doch noch einen Absatz übers Segeln. Denn Ende August war ich (Martin) für ein paar Tage an der Ostsee, um dort zusammen mit meinem Papa und der Ivalu, mit der ich von 2010 bis 2013 um die Welt gesegelt bin, die letzten schönen Sommertage zu genießen und ein bisschen über die Ostsee zu schippern. Von Kiel aus segeln wir bei schönstem Wetter und entspannten 10 – 15 Knoten Wind in die Flensburger Förde und in den kleinen, wunderschönen Hafen von Langballigau, wo wir Freunde von uns treffen. Die nächsten zwei Tage geht es gemeinsam durch Sonderborg und den Als Sund nach Norden und wir bleiben über Nacht in der traumhaften Ankerbucht „Mjels Vig“. Der Anker fällt auf knapp über zwei Meter Wassertiefe und außer einer weiteren Segelyacht sind wir völlig alleine im hintersten Teil der Bucht. Leider ist es schwachwindig vorhergesagt, so dass wir den gleichen Weg zurück nach Langballigau segeln anstatt außen um die Insel herum. Aber der Alssund ist so schön, dass man ihn auch mehrmals durchfahren kann, ohne sich daran satt zu sehen. Von Langballigau segeln wir dann am Tag drauf zu zweit wieder zurück nach Kiel. Fazit: Es war zwar nur ein kurzer, aber rundum gelungener und wunderschöner Segeltörn mit tollen Leuten, bei dem sich die Ostsee von ihrer besten Seite gezeigt hat.

Es grüßen ganz lieb aus dem herbstlichen Pitzling,

Riki und Martin



Freiheit auf Zeit – Weltumsegler erzählen (Kristina Müller)

Jede Weltumsegelung ist eine Liebesgeschichte. Erzählt von Männern und Meeren, von Frauen und Freiheit. Und von der Verwirklichung lang gehegter Träume.
Vor diesen Geschichten sei gewarnt. Sie können akutes Fernweh auslösen und Reisefieber verursachen, bis hin zu dem drängenden Verlangen, jetzt, gleich und hier alles stehen und liegen zu lassen, auf ein Boot zu steigen und davon zu segeln…

Zwölf Weltumsegelungen – zwölf ganz unterschiedliche Geschichten – unter Anderem die Geschichte unserer Weltumsegelung mit der Ivalu von 2010 bis 2013 


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