Heimaturlaub drunter und drüber oder: Die Planänderung der Planänderung

Es wäre ja nicht das erste Mal, dass wir unsere Pläne ändern. Aber bisher haben wir das aus Lust und Laune getan, diesmal jedoch wurden wir nicht gefragt und wenn, dann hätten wir sicher nicht zugestimmt. Aber von Anfang an.

Die aracanga liegt gut verankert in einem Seitenarm des Gambia River und als wir zum ersten mal seit langer Zeit das Schott in den Niedergang stecken und den Schlüssel im Schloss umdrehen, freuen wir uns auf dreieinhalb Wochen Heimaturlaub und darauf, unsere Freunde und Familie in Deutschland wieder zu sehen. Und natürlich auch ein bisschen darauf, bald wieder zurück zur aracanga zu kommen.

Über Nacht nach Hause

Der Flug von Banjul nach München geht direkt und nach sechseinhalb Stunden in der Luft bekommen wir einen Kulturschock, einen Temperaturschock und unseren ersten Regen seit einem halben Jahr. Aber wir sind ja nicht wegen des Wetters hier. Lu und Carina, die uns die ersten Wochen unserer großen Reise begleitet haben, holen uns früh morgens von Flughafen ab und empfangen uns mit wohlig duftendem Flieder und leckeren Doppelkeksen. Es gibt ein großes Hallo und viel zu erzählen auf der Autofahrt nach Hause, wo niemand von unserer Familie weiß, dass wir kommen. Heimlich, still und leise schleichen wir in den Frühstücksraum des kleinen Hotels meiner Mama und müssen nicht lange warten, bis sie um die Ecke kommt aus allen Wolken fällt. Die Wiedersehensfreude ist riesig und nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, gibt es ein ausgiebiges, gemeinsames Frühstück.

Nicht wie geplant

Leider lässt die erste Schnupfnase nicht lange auf sich warten und während die Erkältung bei mir langsam wieder abklingt, entwickelt sie sich bei Riki zu einer ausgewachsenen, toxischen Mittelohrentzündung mit Bettruhe, Schmerzen und Antibiotika. Auch die starken Medikamente helfen nicht und bei der nächsten Untersuchung schickt uns der Arzt direkt weiter ins Krankenhaus zur OP. Für Riki endet der Heimaturlaub im Krankenhausbett und mit der klaren Ansage des Arztes, dass Wind und Wasser genau das Falscheste für die aktuelle Situation sind. Also machen wir wieder einmal eine Planänderung, sozusagen die Planänderung der Planänderung und beschließen, doch erst im November über den Atlantik zu segeln.

Leider bleibt das nicht die einzige Hiobsbotschaft während unseres Heimaturlaubs und wir bekommen die traurige Nachricht vom Tod meines Patenonkels, der ein guter Freund und wichtiger Mensch in unserem Leben war.

Aber trotzdem ist es in erster Linie schön, hier zu sein. In Pitzling ist Flohmarkt und die Spenden aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf nehmen wir mit nach Gambia für unseren dortigen Brunnenbau. Wir treffen trotz Krankheit viele Freunde und genießen die gemeinsame Zeit mit Neffe und Nichte, die wir seit letztem Sommer auf Mallorca nicht mehr gesehen haben.

Ich fliege wie geplant morgen für ein paar Wochen zurück nach Gambia, um ein paar Tage nach Bombale zu fahren und dort den Fortschritt des Brunnenbaus zu begutachten und dann das Boot für die Regenzeit vorzubereiten. Neben zwei kurzen Hosen für mich besteht das Gepäck aus einigen Taschen voller gespendeter Klamotten, Fußbälle und Schulmaterialien für die Schule und die Kinder in Bombale.

Dann werden wir bis voraussichtlich Oktober in Deutschland bleiben, unsere Bordkasse etwas aufbessern und auch ein paar Vorträge zu unserer bisherigen Segelreise entlang Westafrikas halten. Wer Interesse an einem Vortrag (als Veranstalter) hat, der darf sich gerne bei uns melden.

Für den Moment ist es am wichtigsten, dass Riki wieder fit und gesund wird. Alles weitere ist vorerst zweitrangig und auch wenn wir ein klein bisschen geknickt sind, die Reise nicht direkt fortsetzen zu können, werden wir den Sommer in Deutschland genießen und all das nachholen, was wir uns für den etwas anders geplanten Heimaturlaub vorgenommen hatten.

Viele liebe Grüße den aracangas,

Riki und Martin

 


Freiheit auf Zeit – Weltumsegler erzählen (Kristina Müller)

Jede Weltumsegelung ist eine Liebesgeschichte. Erzählt von Männern und Meeren, von Frauen und Freiheit. Und von der Verwirklichung lang gehegter Träume.
Vor diesen Geschichten sei gewarnt. Sie können akutes Fernweh auslösen und Reisefieber verursachen, bis hin zu dem drängenden Verlangen, jetzt, gleich und hier alles stehen und liegen zu lassen, auf ein Boot zu steigen und davon zu segeln…

Zwölf Weltumsegelungen – zwölf ganz unterschiedliche Geschichten – unter Anderem die Geschichte unserer Weltumsegelung mit der Ivalu von 2010 bis 2013 


 

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3 Kommentare

  1. Erst mal gute Besserung und dann eine schöne Weiterreise und tolle Zeit…

  2. Hallo Martin,
    schöne Grüße aus der Küche in Pitzling von Stephan Korte, Ernst und Rainer an euch Beide.

    Viel Spaß

  3. Gute Genesung wünschen die Buschis. Macht das Beste draus und sammelt Kraft. Viele Grüße von uns und alles Gute

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