Über den Schwarzwald und in den Rhein

Wow, unglaublich! Sie schwimmt! Es fühlt sich zwar noch etwas ungewohnt an, nicht die lange Leiter nach oben an Deck klettern zu müssen, aber es fühlt sich verdammt gut an. 

Doch von Anfang an: Die letzten Wochen vor der Abfahrt sind, wer hätte es auch anders erwartet, vollgepackt mit Terminen und etwas stressig. Denn da steht nicht nur Boot herrichten und Reise vorbereiten auf dem Programm, sondern ganz nebenher auch noch die letzten Theateraufführungen unseres Stückes „Sommernacht“ (29. und 30.06. sowie 06. und 07.07., jeweils 20.00 Uhr in der Windacher Mühle)

Zurück zur aracanga: Nach der Theaterprobe letzten Dienstag sind wir nachts zum Boot nach Seelfingen am Bodensee gefahren, da am Mittwoch der Transport angesetzt war. Nach wenigen Stunden Schlaf hat um halbsechs der Wecker zum fröhlichen Unterwasserschiff anschleifen geklingelt (das Coppercoat muss leicht angeschliffen und somit „aktiviert“ werden). Kurz darauf ist auch schon der große LKW der Firma Reher vorgefahren. Malte, der Fahrer, hat sich gleich mit dem Maßband bewaffnet an die Arbeit gemacht um den Trailer auf unser Boot anzupassen. Dann ging alles ganz schnell: Boot an den Kran, Hafentrailer raus, LKW drunter, Boot runter, angurten. Und ich muss sagen, wir haben schwer gestaunt, wie Malte den LKW rückwärts in die Halle gezirkelt hat, mit den hinteren Achsen neben der aracanga vorbei und dann doch perfekt mittig unter ihr stand. Wenn ich das so vergleiche mit meinen Anhänger-Rückwärtsfahrkünsten… beeindruckend! Alles in allem, wenn ich hier eine Empfehlung und gleichzeitig ein großes Dankeschön aussprechen darf: Wir haben uns richtig gut aufgehoben gefühlt und wenn wir wieder einmal ein Boot transportieren müssen, dann ist ganz klar mit wem: Den Rehers!

Kamera: Campark X20

Nachdem die aracanga aufgeladen und angegurtet war gab es noch einen Kaffee und dann ging es los, 150 Kilometer huckepack über den Schwarzwald nach Breisach am Rhein. Das war schon ein sehr komisches Bild, unsere kleine Blauwasseryacht zwischen den steilen Felswänden der Schwarzwaldtäler.

Abgeladen wurde dann im Gewerbehafen von Breisach. Hier ist nix mit Schicki-Micki-Hochglanz-Yachtmarina. Stellt Euch echte Hafenarbeiter vor. So wie im Film, gepaart mit authentischem Industriecharme. Kein Travellift, sondern ein richtiger Hafenkran hat die aracanga angehängt und in den Rhein befördert. Eigentlich ein Moment, den man ganz gerne bewusst miterleben und genießen möchte, aber dafür gab es keine Zeit: Boot rein, Mast drauf, Routinekontrolle ob alles dicht ist, fertig. Noch eine herzliche Verabschiedung von Malte Reher, der am nächsten Tag das nächste Boot huckepack quer durch Deutschland fährt und wir sind allein. Puh, was für ein aufregender Tag. Es hat alles wie am Schnürchen geklappt und sogar der Motor ist sofort angesprungen.

Auf dem kurzen Weg vom Industriehafen zum Yacht Club Breisach haben wir noch einen Schulranzen aus dem Rhein gefischt und dem am Ufer rufendem Kind zugeworfen. Dann wurde am Außensteg des kleinen Hafens festgemacht (im Hafenbecken selbst ist das Wasser leider zu flach für uns). Der Hafenmeister hat uns gleich herzlich willkommen geheißen und für die nächsten drei Wochen wird Breisach unser Heimathafen sein.

Am Abend kam dann Thomas aus Freiburg zu Besuch. Mit ihm bin ich vor knapp sechs Jahren auf der Ivalu über den indischen Ozean gesegelt. Und auf die alten Zeiten und auf die neuen Reisepläne haben wir gleich einmal unser erstes Ankerbier aufgemacht. Thomas wird die nächsten Tage, während wir zu Hause die letzten Erledigungen machen, hin und wieder nach der aracanga schauen ob an Bord alles in Ordnung ist. Schon irgendwie ein komisches Gefühl, das Boot gerade gekrant zu haben und schon wieder eine Woche alleine zu lassen.

Für uns geht es nach den beiden Theateraufführungen am Sonntag Früh für drei Tage nach Triest zu unseren Freunden Anna und Thomas, um mit ihnen die ersten Schläge auf ihrer „Hati Hati“ zu segeln. Dann ist nächstes Wochenende noch einmal Theater angesagt und danach finaler Endspurt. Ablegen in Breisach werden wir am 18. Juli.

Das war´s für heute. Ein schönes Wochenende allerseits, Riki und Martin

 

 

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