Tada, wir haben eine Windfahnensteuerung!

Ein Ausrüstungsgegenstand, der für uns unverzichtbar ist, ist die Windfahnensteuerung oder Selbststeueranlage. Auf der Reise um die Welt mit der Ivalu 2010 – 2013 hatten wir eine Windpilot Pacific an Bord, die die kompletten drei Jahre hindurch zuverlässig gearbeitet hat. Es gibt eine Hand voll Herstellern von Windfahnensteuerungen, die bekanntesten und unter Blauwasserseglern verbreitetsten und beliebtesten sind eben diese Windpilot und die aus England stammende Aries, mit der z.B. Wilfried Erdmann seine beiden Nonstop Weltumrundungen unternommen hat. Und auch für uns kamen in erster Linie diese beiden Anlagen in Frage, da es für die Anlagen auch einen, wenn auch nur sehr kleinen, Markt an gebrauchten Geräten gibt.

Eine Windfahnensteuerung ist einfach gesagt ein Autopilot, der rein mechanisch funktioniert und keinerlei Strom benötigt. Im Gegensatz zu einem elektrischen Autopilot, der dem Kompasskurs folgt, steuert die Winfdahnensteuerung nach einem bestimmten, vorher eingestellten Winkel zum Wind. Wenn also der Wind dreht ändert sich auch der Kurs. Da die Windsysteme auf den typischen Routen der Weltumsegler allerdings sehr konstant an Richtung und Stärke sind, hält das Boot den Kurs auch meist relativ genau.

Es gibt verschiedne Arten von Selbststeueranlagen, die aber alle nach dem selben Prinzip funktionieren: Es gibt immer eine Windfahne, daher der Name, und ein Ruder. Im Falle der Windpilot und der Aries knickt die Windfahne, wenn sich der Kurs ändert, nach links oder rechts ab. Eine Schubstange gibt diese Kraft an das Pendelruder im Wasser weiter, dieses dreht sich leicht und wird dadurch vom anströmenden Wasser auf die Seite weggedrückt. Diese Bewegung wird wiederum über Seilzüge an das Hauptruder weitergegeben, das das Boot wieder zurück auf Kurs bringt. 

Wie bei so vielen Ausrüstungsteilen haben wir uns auch bei der Windfahnensteuerung auf die Suche nach etwas Gebrauchtem gemacht, da eine neue Anlage schnell mal mehrere tausend Euro kosten kann. Maximal 1.500 Euro haben wir uns als Budget gesetzt und das Internet danach durchforstet. Und siehe da, auf einmal taucht eine gebrauchte Aries für 800 Euro auf. Wahnsinn! Ich habe gleich bei dem Verkäufer angerufen und nachdem er gemeint hat, die Anlage funktioniere einwandfrei das Ding ungesehen gekauft und das Geld direkt überwiesen. Abgeholt haben wir die Windfahnensteuerung ein paar Wochen später auf dem Rückweg von Hamburg, wo wir Freunde besucht und nach der Ivalu gesehen haben irgendwo zwischen Halle und Leipzig. Naja, ganz recht hatte er nicht mit „Das Ding funktioniert einwandfrei!“… Aber nichts drastisches was man nicht selbst mit einer Feile, etwas Schleifpapier und WD40 in Ordnung bringen könnte. Jetzt liegt die Aries zerlegt auf dem Wohnzimmerboden, der im Moment eher aussieht wie das Warenlager eines mittelgroßen Werftbetriebs. 

Und hier ein Video aus dem Netz, wie eine Aries Windfahnensteuerung im Einsatz aussiet und funktioniert:

Martin

2 Kommentare

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