Segelfertig… doch erstmal im Lockdown

Die Kollissionsschotten werden zugesägt. Noch ist kein Lockdown in Grenada
Die letzten Schotten werden zugesägt und dann einlaminiert. Jetzt ist das Boot endlich segelfertig!

Tja, so ist das mit der Ironie des Schicksals. Nach einigen Monaten Arbeit ist unser Boot nun endlich segelfertig: Die Kollisionsschotten sind neu einlaminiert, der Mastfuss der vermutlich stabilste sämtlicher Snowgoose Katamarane, der Dodger mit Hardtop ist fertig und einige Fleißaufgaben sind erledigt, wie z.B. Ventilatoren in allen drei Kabinen und ein größerer Anker, den wir günstig gebraucht geschossen haben. Ach ja, und neue Polster haben wir auch. High Five, die aracanga2 ist segelfertig! Also auf zur ersten Testfahrt!

Lockdown in Grenada

Aber es soll nicht sein. Denn mit den in den letzten Tagen exponentiell angestiegenen Covid-Fällen auf Grenada war es nur eine Frage der Zeit, bis strengere Einschränkungen in Kraft treten. Und die Einschränkungen kommen Schlag auf Schlag: Zuerst wird die nächtliche Ausgangssperre von Mitternacht auf 21 Uhr vorgezogen und kurz darauf ein Quasi-Lockdown verkündet.

Lockdown in Grenada, die aracanga2 an der Boje
Unsere aracanga2 im Lockdown in Grenada. Wo möglich weden Schattenspender aufgehängt…

Dieser sieht so aus, dass wir unter der Woche vormittags bis 10 an den Strand gehen und ansonsten das Boot nur für wichtige Erledigungen verlassen dürfen. Ab sieben abends ist dann Ausgangssperre und an den Wochenenden herrscht komplette Ausgangssperre, ausgenommen sind nur Covid-Tests und Impfungen (welche wir haben) sowie medizineische Notfälle. Aktuell Stand heute sind laut offiziellen Zahlen etwa zwei Prozent der Bevölkerung Grenadas aktive Fälle und die Sieben Tage Inzidenz liegt bei über 1.000. Seit über einer Woche gibt es es jeden Tag etwa 200 Neuinfektionen, teils deutlich mehr, und mehrere Todesfälle. Zum Vergleich: Greneda hat mit 120.000 Einwohnern etwa die gleiche Bevölkerung wie der Landkreis Landsberg am Lech, wo wir herkommen. Tja, und vor wenigen Wochen waren alle hier noch so stolz darauf, dass es in Grenada bislang keinen nennenswerten Ausbruch gab und keine aktiven Fälle gibt. Und dementsprechend gering ist leider die Impfquote, zu verbreitet war hier die “uns trifft es ja nicht” – Mentalität. Es ist ein hoher Preis, der aktuell dafür gezahlt wird und die getroffenen sind Maßnahmen mehr als gerechtfertigt.

Kira im Lockdown in Grenada: ücher stehen hoch im Kurs
Kiras neuer Lieblingsplatz

Uns geht es gut, natürlich nervt die Ausgangssperre etwas, aber eine Woche hin oder her macht in unserem Fall keinen Unterschied. Wir werden jetzt keine vorschnellen Entscheidungen treffen und woanders hin segeln, sondern erstmal abwarten, wie es sich hier und anderswo entwickelt und dann frühestens im Oktober, wenn sich die Hurricanezeit dem Ende neigt, Grenada verlassen. Im Hinterkopf haben wir verschiedene Optionen, die alle davon abhängen, wie sich die Covid-Situation hier und in den Nachbarländern entwickelt und ob wir ein Visum für die USA bekommen, um die kommende Hurricanesaison eventuell an der US-amerikanischen und kanadischen Ostküste zu verbringen. Und gleichzeitig haben wir permanent ein Auge auf den Pazifik, auch wenn es nicht so aussieht, also ob die dortigen Inselstaaten in naher Zukunft ihre Grenzen öfnnen werden.

Toben am Strand ist super
Unter der Woche dürfen wir bis 10 Uhr vormittags an den Strand…

Bislang sind wir von Hurricanes verschont geblieben, hoffen wir, dass es so bleibt. Hier im Süden der Karibik haben wir lediglich die großen Regenfelder abbekommen, die so ein Wirbelsturm nach sich zieht. Und da wir in unserem Hardtop zwei Stutzen zum Wassersammeln eingebaut haben, sind unsere Wassertanks rappelvoll. Aktuell bilden sich ein paar Tropische Wellen vor der Küste Afrikas auf dem Atlantik, die das Potential haben, sich in einen Hurricane zu entwickeln und die wir über die Website des National Hurricane Center im Auge behalten.

Routine

Lockdown Grenada: Dann holen wir uns den Strand an Bord
… am Wochenede holen wir uns den Strand an Bord…

Was machen wir so den ganzen Tag im Lockdown in Grenada?Wir haben eine gewisse Routine entwickelt: Nach dem ersten Kaffee, wenn es heiß wird, geht es gegen acht Uhr morgens an den Strand, bewaffnet mit Schaufel, Eimer, Schwimmflügel und zweitem Kaffee. Bis zehn Uhr dürfen wir hier toben, dann müssen wir zurück zur aracanga2. Am Wochenende fällt der Strandbesuch leider aus. Danach gibt es Mittagessen und Mittagsschlaf für Kira und am Nachmittag sind wir viel im Wasser, schwimmen um das Boot und, Kiras neues Highlight, unter dem Boot hindurch, wobei wir laut kreischen, “Huhu” rufen und mit den Händen aufs Wasser klatschen.

Etwas Werbung in eigener Sache… viel Spaß beim Lesen, es lohnt sich!


Elmo und das geraubte Blau

von Martin Finkbeiner

Elmo ist ein Klabautermann. Da sein Schiff untergegangen ist, lebt er an Land, im friedlichen Städtchen Kapkap. Eines Tages spielt ihm das Schicksal ein neues Boot in die Hände und er bricht auf, um die Welt zu sehen. Doch daraus wird nichts – denn finstere Mächte trachten danach, Verderben über den Ozean und seine Bewohner zu bringen. Auch Elmos Freundin, die Meeresprinzessin Sira gerät in große Gefahr. Elmos Reise wird zu einem gefährlichen Abenteuer. Zusammen mit seinen Freunden stellt er sich gegen die Panzerechse Leviathan, den Feind des ozeanischen Gleichgewichtes und Feind aller Schönheit und Friedfertigkeit. Mit hinterhältigen Tricks und einer furchterregenden Armee will dieser die Meeresbewohner ihres Glücks berauben.


Grillen im Lockdown in Grenada
Lockdown in Grenada: Abends wird gegrillt

Und am Abend, wenn es ab sechs Uhr nicht mehr ganz so heiß ist, sitzen wir zum Sundowner am Vordeck, hängen Kiras Schaukel auf und genießen die kühlen Stunden. Oder wir heizen unseren Grill an, den wir nicht nur für Fisch (öfter), Fleisch (seltener) und Gemüse (immer dazu) nutzen, sondern auch zum Pitas, Brot und Pizza backen. Wie man herauslesen kann ist es ziemlich heiß hier, zwar nicht so extrem wie in Westafrika, durch die hohe Luftfeuchtigkeit jedoch machen uns die Temperaturen deutlich mehr zu schaffen als auf der anderen Atlantikseite. Unser Boot ist von vorn bis hinten so gut wie möglich eingepackt, Handtücher, Planen, Persennings, alles wir genutzt um Schatten zu schaffen.

Es tut uns leid, dass wir, was diesen Blog angeht, zur Zeit nicht allzu viel zu berichten haben. Aber versprochen, das wird sich bald wieder ändern, denn an Plänen und Ideen mangelt es uns nicht.

Wir schicken viele liebe Grüße aus dem Lockdown!

Eure MaRiKi

–> u n s e r e K a f f e e k a s s e <–

Ein Kommentar

  1. übrigens ist elmo längst besprochen, aber noch nicht veröffentlicht. muss der red mal wieder auf die füße steigen. ein voll cooles buch übrigens. habs als pdf vom verlag bekommen. und ihr armen! lockdown ist wie flaute….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.