Unsere erste Kapverdische Insel: Sal

Pünktlich zum Nikolaustag sind wir hier auf der Insel Sal auf den Kapverden angekommen. Die Kapverden sind nach Marokko unser zweites Ziel außerhalb Europas und schon bei der Einfahrt in den Hafen hat man das Gefühl, ganz weit weg zu sein. Palmeira ist ein kleiner, farbenfroher Ort, der einen schnell mit seinem lebensfrohen Spirit und der typisch kapverdischen „No Stress“-Mentalität in seinen Bann zieht. Kurz nach Sonnenaufgang sind wir vor Anker gegangen und nach einem Kaffee und Frühstück an Bord ging es dann mit unserem Beiboot an Land zum einklarieren. Am Dock, der gleichzeitig Spielplatz, Fischerhafen, Fischmarkt, Werft und allgemeiner Treffpunkt ist, wurden wir schon von einer Handvoll Jungs erwartet, die sich alle ein paar Cent verdienen und auf unser Beiboot aufpassen wollten. „Me Alessandro, me watch your Dinghi!“ – „Okay.“

Der Hafen von Palmeira – Spielplatz, Fischmarkt und Treffpunkt in einem

Das Einklarieren ging erstaunlich schnell und unkompliziert vonstatten. Palmeira ist neben den beiden größeren Städten Mindelo und Praia der dritte offizielle Port of Entry der Kapverden und eigentlich bekannt dafür, dass die Einreiseformalitäten hier auch mal ein paar Stunden länger dauern können. Wir hatten Glück und nach einer viertel Stunde die Stempel in unseren Pässen. Nach getaner Arbeit war für den Immigrationbeamten Kaffeepause mit ausgiebigem Plausch an der Hafenbar angesagt und der Franzose, der kurz nach uns angekommen ist, musste am Nachmittag wieder kommen um die Einreiseformalitäten zu erledigen. „No Stress, it´s Cabo Verde.“ 

In Palmeira haben wir gleich einen alten Bekannten wieder getroffen, den ich bei meinem ersten Besuch in Sal kennengelernt habe. Franco hat uns damals die Insel gezeigt und, wichtig hier auf den Kapverden, das Ouril-Spiel erklärt. Uri ist ein Brettspiel und wird hier an jeder Straßenecke gespielt. Das Spielbrett hat zwölf Mulden, sechs pro Seite, in dem je vier getrocknete Oliven liegen. Daher auch der Name Ouril, was Olive auf Kreol heißt. Ziel des Spiels ist es, dem Gegner über die Hälfte aller Steine abzuluchsen.

Kinder am Strand von Santa Maria

Zunächst einmal haben wir es ganz entspant angehen lassen, sind ein bisschen durch Palmeira gestreunt, haben einen Kaffee am Hafen und dann später noch einen Kaffee in einer weiteren Bar getrunken, wo wir gleich mit einer anderen Crew ins Gespräch gekommen sind. Und – kleine Welt – ein Mitsegler kennt unseren ahoi.blog und wir hatten vor ein paar Monaten schon Kontakt via E-Mail. Aber noch nicht genug der Bekanntschaften, genau neben uns liegt eine norwegische Familie vor Anker. Ragnar, Silja und ihre drei strohblonden Jungs kennen wir noch aus Marokko, bei ihnen waren wir in Rabat zum elften Geburtstag des ältesten der Drei eingeladen. 

Am besten lernt man Land und Menschen hier kennen, indem man die Insel mit dem Aluger erkundet. Alugers heißen die hiesigen Kleinbusse, die man fast überall an der Straße stoppen kann und die einen für wenig Geld in die nächste Ortschaft bringen. Voll ist ein Aluger nicht dann, wenn jeder Sitzplatz belegt ist, sondern erst, wenn wirklich niemand mehr reinpasst. Vorgestern waren wir in Santa Maria ganz im Süden der Insel, wo es den schönsten Sandstrand gibt. Santa Maria ist das touristische Zentrum von Sal, hier gibt es einige Hotels, Bars und Souvenierläden. Trotzdem hat die Stadt einen netten Charme und allein der lange, weiße Sandstrand mit seinem türkis-blauem Wasser ist einen Ausflug wert. Zusammen mit der norwegischen Familie und einem Local haben wir gestern eine kleine Inselrundfahrt gemacht:

Die Salinen von Sal

Erste Station, das „Blue Eye“, eine Grotte, die je nach Sonnenstand blau aus der Tiefe leuchtet. In unserem Fall war es eher das Black Eye. Macht nichts, unser sympatischer Guide Carlos war, wie er stolz erzählte, auch zum ersten Mal hier und jetzt weiß er, dass man besser am Nachmittag her kommt. Und der natürliche Pool direkt nebenan hat großzügig dafür entschädigt. Vorbei an der „Fata Morgana“ in der Mitte der wüstenartigen Insel, die einem ganz in der Nähe eine Oase mit Wasser vorgaukelt, sind wir weitergefahren zu einer Bucht an der Ostseite. Hier kann man, im flachen Wasser stehend, die über drei Meter langen Zitronenhaie aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Nicht weit von der Bucht entfernt befindet sich unser letztes Ziel des Tages, die Salinen, wo bis vor einigen Jahren Meerwasser in großen, flachen Becken verdunstet und Salz gewonnen wurde. Hier kommt auch der Name der Insel her, Sal.

Das wahre Highlight von Sal allerdings sind seine Bewohner und die entspannt-herzliche Art der hiesigen Bevölkerung. Alle anderen Attraktionen sind sehenswert, was aber den Charme der Insel ausmacht sind die Gastfreundschaft, die Musik, die farbenfrohen Häuser, die Kinder in den Straßen und das vielbesagte kapverdische „No-Stress“-Motto. Nach unserem gestrigen Ausflug haben wir den restlichen Tag in Palmeira verbracht, sind am Straßenrand gesessen, haben Fußball mit den Kids gespielt und das hiesige Lebensgefühl mit vollen Zügen aufgesogen. 

 


Noch kein Weihnachtsgeschenk für die Schwiegermama?

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Wir werden wohl noch ein zwei Tage hier in Palmeira bleiben und dann langsam weiter nach Westen segeln. Die nächsten Ziele sind die Inseln Sao Nicolao und Sao Vicente. In Mindelo auf Sao Vicente werden wir die Streuner Karin und André wieder treffen und dort zusammen mit den Beiden Weihnachten feiern. Die Zwei mussten in Las Palmas noch auf ihre Rettungsinsel warten und sind gerade auf dem Weg von den Kanaren nach Mindelo, in ein paar Tagen sollten sie dort ankommen. Ragnar, Silja und die Jungs möchten zu Weihnachten auch in Mindelo sein, es verspricht also, ein großes, schönes Fest zu werden.

Es grüßen ganz herzlich von den Kapverden

Eure aracangas

 

 


Freiheit auf Zeit – Weltumsegler erzählen (Kristina Müller)

Jede Weltumsegelung ist eine Liebesgeschichte. Erzählt von Männern und Meeren, von Frauen und Freiheit. Und von der Verwirklichung lang gehegter Träume.
Vor diesen Geschichten sei gewarnt. Sie können akutes Fernweh auslösen und Reisefieber verursachen, bis hin zu dem drängenden Verlangen, jetzt, gleich und hier alles stehen und liegen zu lassen, auf ein Boot zu steigen und davon zu segeln…

Zwölf Weltumsegelungen – zwölf ganz unterschiedliche Geschichten – unter Anderem die Geschichte unserer Weltumsegelung mit der Ivalu von 2010 bis 2012 


 

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2 Kommentare

  1. Hallo IHr Zwei,
    habe diese Woche den Kalender von euch erhalten…..schöne abwechslungsreiche Impressionen…zusammen mit euren Berichten kann man sich sehr schön dort hindenken…. KLASSE

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