Endlich… wieder unterwegs

Die aracanga2 von oben
Unsere aracanga2 aus dem Masttopp

Ja, wir leben noch…

… und wir entschuldigen uns, dass es so lange so ruhig hier war. Der Grund ist ein ganz Einfacher: Es gab nicht viel zu berichten in den letzten Wochen. Der letzte Eintrag Ende September ist der Start in den Lockdown gewesen, die Wochen danach sind wir unter der Woche nur für die nötigsten Erledigungen von Bord gegangen und, ein Glück, vormittags bis zehn durften wir an den Strand. Und an den Wochenenden durften wir das Boot nur im Notfall oder für eine Covid-Impfung verlassen. Geimpft sind wir Beide und einen Notfall gab es glücklicherweise keinen.

Die Carpe Diem
Noch wird sie von Pumpen über Wasser gehalten und wir helfen, alles von Bord zu schaffen

Naja, einen kleinen Notfall gab es doch: Das Boot von unserem Nachbar Marc hat, was uns nicht sehr verwundert hat, begonnen langsam zu sinken und schwimmt nur dank mehrerer Pumpen noch. Nachdem wir gemeinsam sämtliche Dinge von Bord geräumt haben, bereitet Marc sein Boot auf sein zweites Leben weit draußen und tief unten auf dem Meeresgrund vor: Es muss alles raus, bis es nur noch eine blanke Metallhülle mit den Holzeinbauten ist. Also wird das Boot in Teilen verscherbelt und von dem Geld kauft sich Marc ein Boot, das hier seit vier Jahren vor Anker liegt und abgesehen von Kosmetik relativ gut dasteht. Und am Ende sind wir uns alle einig: Das war Glück im Unglück, denn Marc hat ein segelfertiges, tolles Boot zum Schnäppchenpreis geschossen und somit die Aussicht, wirklich in absehbarer Zeit segeln zu gehen und für uns springen eine Winsch, ein Spibaum und, mal sehen ob sie funktioniert, eine Windfahnensteuerung heraus, die wir ihm abkaufen. Bei der Windfahne sind wir noch nicht sicher, ob diese die Lösung ist, oder ob wir uns doch um eine alternative umsehen müssen. Wir können es kaum erwarten, sie auszuprobieren und danach mehr zu wissen. Und vor allem können wir es nicht erwarten, endlich wieder segeln zu gehen, das Boot zu bewegen und neue Orte zu sehen.

Entlang der grenadischen Westküste

Endlich unterwegs: Grenada - Ronde Island - Carriacou
Es ist so ein gutes Gefühl, wieder unterwegs zu sein

Deswegen sagen wir, sobald es die Ausgangsbeschränkungen zulassen „Goodbye“ zu unserem Ankerplatz vor Hog Island, wo wir ein halbes Jahr verbracht haben, und segeln langsam nach Norden. Die Crew besteht aus Riki, Kira, Martin und unserem neuen Crewmitglied „Bones“, einem weiß-schwarzen grenadischen Straßenkater, den ein Kumpel von uns nur wenige Wochen alt und mehr tot als lebendig buchstäblich von der Straße gerettet hat. Er konnte ihn nicht behalten, also haben wir uns seiner angenommen. Ob vorübergehend oder endgültig, das wird sich noch rausstellen und hängt unter anderem von unserer weiteren Routenplanung ab. Für den Moment beschließen wir, in kurzen Etappen an der Westseite Grenadas nach Norden zu segeln und einige Stopps auf dem Weg einzulegen. Zunächst geht es nach St. George’s, der Hauptstadt Grenadas und dort zum Tierarzt, um die Katze einmal durchchecken zu lassen, zu impfen und was man halt sonst noch so macht mit jungen Katern. Eine verklemmte Rollgenua macht die Fahrt dann zur Motor- statt Segelpartie. Das Segel ist am falschen Fall, nämlich am Spifall, gesetzt, was sich schnell beheben lässt. Auch in den nächsten Tagen setzen wir kaum die Segel, da der Wind nur sehr schwach weht.

Riki und Kira beim schnorcheln
Die Mädels beim Schnorcheln am Sculpture Parc

Nächster Stopp: Der Underwater Sculpture Parc, an dem wir vor ein paar Monaten schon einmal waren. Hier stehen in wenigen Metern Wassertiefe Skulpturen verschiedener Künstler, die als Grundgerüst für ein neues Riff dienen sollen. Und man kann deutlich erkennen, dass aus Augen, Ohren und Nasen, auf Köpfen, Schultern und Armen neue Korallen wachsen. Es ist ein toller, magischer Ort und eine klasse Mischung aus Kunst und gelebtem Naturschutz. Rund um den Skulpturenpark sind einige Anlegebojen ausgebracht, denn ankern ist hier im Naturschutzgebiet verboten. Wir verbringen eine Nacht an einer der Bojen und fahren am nächsten Tag wenige Meilen weiter nach Norden.

Vor Anker bei Halifax Harbour
Halifax Harbour gefällt uns richtig gut

Unser Ziel heißt Halifax Hartbour, ein geschützter Naturhafen mit ein paar Wracks und schönen Stränden. Der Anker fällt auf knapp drei Meter Wassertiefe in einer kleinen Bucht mit einem wunderschönen schwarzen Sandstrand. Wir fühlen uns wie im Urlaub. Es ist so schön, nach einem halben Jahr am gleichen Platz wieder unterwegs zu sein und die Vorzeichen für die Weiterreise stehen gut: Die Infektionszahlen sind zurück im einstelligen Bereich, die meisten der strengen Beschränkungen sind wieder aufgehoben und die Hurricanezeit neigt sich dem Ende. Wir verbringen viel Zeit damit, Pläne zu machen und zu verwerfen, Reisebeschränkungen der verschiedensten Länder in der Karibik und im Pazifik nachzulesen und neue Pläne zu machen und zu verwerfen. Für die nächsten Monate beschließen wir, uns Zeit zu lassen, langsam nach Norden zu tingeln und Insel für Insel die Karibik zu erforschen.

Eine kurze Unterbrechung, unten geht’s weiter… Etwas Werbung in eigener Sache… viel Spaß beim Lesen, es lohnt sich!


Elmo und das geraubte Blau

von Martin Finkbeiner

Elmo ist ein Klabautermann. Da sein Schiff untergegangen ist, lebt er an Land, im friedlichen Städtchen Kapkap. Eines Tages spielt ihm das Schicksal ein neues Boot in die Hände und er bricht auf, um die Welt zu sehen. Doch daraus wird nichts – denn finstere Mächte trachten danach, Verderben über den Ozean und seine Bewohner zu bringen. Auch Elmos Freundin, die Meeresprinzessin Sira gerät in große Gefahr. Elmos Reise wird zu einem gefährlichen Abenteuer. Zusammen mit seinen Freunden stellt er sich gegen die Panzerechse Leviathan, den Feind des ozeanischen Gleichgewichtes und Feind aller Schönheit und Friedfertigkeit. Mit hinterhältigen Tricks und einer furchterregenden Armee will dieser die Meeresbewohner ihres Glücks berauben.


Ronde Island

Vor ANker bei Ronde Island
Ronde Island. Das Ende des Regenbogens ist genau nebenan. Aber wo ist das Gold???

Von Halifax Harbour zieht es uns weiter zu der unbewohnten Insel Ronde Island zwischen Grenada und Carriacou. Wir ankern im Westen der Insel auf etwa fünf Meter türkiser Wassertiefe, schnorcheln entlang der Felsen und sehen einige Schildkröten rings um das Boot. Da es jedoch relativ wellig ist, können wir nicht auf die andere Seite an den Strand und somit nicht an Land fahren und holen am kommenden Morgen den Anker wieder auf. Kurs Carriacou. Die ersten Meilen sind rau mit viel Strömung und einer kurzen, steilen Welle gegenan, je weiter wir uns jedoch von Ronde entfernen und Carriacou nähern, desto ruhiger wird es.

Carriacou

aracanga und aracanga2 gemeinsam unterwegs
Die beiden aracangas auf dem Weg nach Sandy Island

Vier Stunden später fällt der Anker in Tyrell Bay. Eigentlich wollten wir schon vor Monaten hier sein, stattdessen haben wir jedoch unser Boot repariert und segelklar gemacht. Carriacou ist ruhig und noch entspannter als Grenada. Die Insel ist für seine Riffs zum Tauchen und Schnorcheln bekannt sowie für das türkise Wasser, auf das wir uns so lange gefreut haben. Seit drei Tagen sind wir jetzt hier und gestern ist eine gute Bekannte von uns eingetroffen: Die kleine rote aracanga, unser altes Boot. Unser Freund Julian, der sie gekauft hat, wird die nächsten Wochen gemeinsam mit uns die Grenadinen unsicher machen. Gestern segeln wir gemeinsam um die Ecke nach Sandy Island, einer kleine, wie der Name schon sagt, aus nicht viel mehr als Sandstrand und ein paar Palmen bestehenden Insel.

Endlich, wie sind wieder unterwegs, das heißt, ab jetzt wird es wieder mehr von uns zu lesen geben.

Viele liebe Grüße aus Carriacou schicken die drei aracangas

Martin, Riki und Kira

Den ganzen November gibt es tolle Rabatte bei Bluefin!

–> u n s e r e K a f f e e k a s s e <–

Ein Kommentar

  1. Auf Carriacou war ich zum Tauchen mal 14 Tage – großartige Insel mit großartigen entspannten Menschen … und euch weiterhin alles Liebe … und denkt mal über einen SPAM-Filter für die Kommentar Sektion nach …

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