Heiße Grüße aus Deluz

So, jetzt sind wir fast zwei Wochen hier in Deluz und morgen geht es endlich weiter. In erster Linie war es heiß hier. Und zwar so heiß, dass Riki sich von ihrer Mama, die uns besuchen war, die Haare wieder ratzekurz schneiden hat lassen. Die Hitze bestimmt hier den Tagesablauf: Möchte man etwas erledigen, dann am besten früh morgens oder spät abends. Denn ab 8 Uhr klettert das Thermometer über die 30 Grad Marke und ab 9 Uhr kratzt es an der 40 Grad Grenze bis ca. 20 Uhr. Dementsprechend haben wir unsere Arbeiten entweder früh oder spät erledigt oder wenn möglich mit in den Schatten genommen. Oder eben geschwitzt. Ein paar Arbeiten, die wir vor der Abreise nicht mehr geschafft haben und uns für die Zeit auf dem Kanal vorgenommen haben, haben wir hier in Deluz erledigt: Unsere Rettungsinsel, die bisher noch lose an Deck gelegen ist, haben wir mit zwei Latten und einem Spanngurt an Deck befestigt. Der Spanngurt kann mithilfe eines Schnappschäkels im Notfall mit einem Handgriff geöffnet werden, was wir hoffentlich nie brauchen werden. Dann war da noch die Kettenaufnahme für Windfahnensteuerung an der Pinne.

Die Windfahnensteuerung gibt die Kräfte mithilfe zweier Steuerleinen, die mit einer kurzen Kette verbunden sind, an die Pinne weiter. Die Kette wird dann einfach an der Pinne eingehängt, je nach Kurs und Windstärke mittig oder mit kleinem Vorhaltewinkel, und die Windfahne steuert dann das Boot immer im selben, voreingestellten Winkel zum Wind. In unserer Navigationsecke mussten noch das GPS und das UKW-Funkgerät miteinander verbunden werden, damit das Funkgerät im Falle eines Notrufes in der Lage ist, digital die aktuelle Position des Bootes zu übermitteln.

Ansonsten waren die Tage hier in Deluz eher unspektakulär. Zur Abkühlung waren wir jeden Tag im Doubs baden, der sich wunderschön zwischen schroffen und bewaldeten Felsen schlängelt. Man sieht wahnsinnig viele Fische, Muscheln und Vögel, allen voran Fischreiher. Diese sitzen oft Ewigkeiten regungslos auf den Felsen im Wasser oder auf Bäumen und beobachten von dort aus das Wasser, bevor sie sich eine Beute schnappen.

Gestern sind wir früh morgens zu einer kleinen Kapelle gewandert, die man von hier aus auf einem Hügel sieht. Von dort aus wollten wir eigentlich weiter auf den benachbarten Fels, von dessen senkrechter Abbruchkante man eine gute Aussicht über Deluz, den Doubs und die Gegend haben muss. Aber zunächst haben wir uns ordentlich verlaufen und sind einige Extrakilometer in die falsche Richtung gegangen. Gefühlt sind hier alle Wege mit der selben Farbe und Beschilderung gekennzeichnet, egal auf welcher Route man wandert. Oder wir haben es einfach nicht kapiert, kann natürlich genau so gut sein. Naja, jedenfalls haben wir uns dann irgendwann nicht mehr auf die Beschilderung sondern auf unser Gefühl verlassen und sind gegen 10 Uhr dann doch noch auf dem Gipfel gestanden und konnten dort die Aussicht genießen. Ganz in der Ferne im Tal konnte man sogar einen kleinen, roten Punkt am Kanalufer erkennen… wer findet die aracanga auf dem ersten Bild?

Heute ist unser letzter Tag in Deluz und wir sind damit beschäftigt, die aracanga wieder einmal für den Straßentransport fertig zu machen. Morgen früh um 7 kommen der Kran und der LKW, um uns ca. 100 Kilometer nach St. Jean de Losne an der Saone zu befördern. Ab dort sollten die Wassertiefen für unseren roten Vogel kein Problem mehr darstellen. Einen Flussführer für die Saone haben wir uns bereits besorgt. Wir freuen uns, wenn es endlich weiter geht und senden heiße Grüße aus Frankreich! Riki und Martin

 

 

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