Von Mayreau über Bequia nach Martinique

Mayreau

Mayreau - Salt Whistle Bay
Vor Anker in der Salt Whistle Bay auf Mayreau

Eine gute Woche liegen wir in der Salt Whistle Bay auf Mayreau vor Anker. Unser Tiefgang beträgt nur 90 Zentimeter, daher können wir fast bis an den Strand fahren und im flachen Wasser liegen. Hinter den Kokospalmen an der schmalsten Stelle der Insel sehen wir von unserem supergeschützten, glasklaren und türkisen Ankerplatz die sich am Riff brechenden Wellen auf der Luvseite der Insel. Wenige Seemeilen weiter liegen die Tobago Cays, die wohl bekanntesten Steinhäufen der östlichen Karibik. Ein Traum.

Ankerchaos in der Salt Whistle Bay

Wir kommen am frühen Vormittag hier an und außer uns liegen nur zwei andere Boote in der Bucht. Da es sehr windig ist und somit die berühmten Ankerplätze in den Tobago Cays wellig, rollig (nicht rollig wie eine Katze, rollig wie schaukelig ;-)) und unkomfortabel sind, sind wir jedoch nicht die einzigen, die in der ruhigen Salt Whistle Bay auf Mayreau bleiben. In der zweiten Nacht liegen in der Bucht, von der der Cruising Guide sagt, dass sie mit einem Dutzend Booten voll ist, außer uns 24 andere Boote vor Anker. Aber nicht kleine Boote wie wir oder der Streuner, es sind allesamt riesige Katamarane mit 50 bis 75 Fuß Länge, dicken Subwoofern und den unterschiedlichsten Musikgeschmäckern. Wie es der Zufall will, finden sich gleich zwei Reisegruppen von jeweils mehreren dieser riesigen Boote gleichzeitig ein. Fast immer mit an Bord: Mr. „Schaut meine eingeölten Muskeln an“ und Miss „Duckface-Bikini-Instagram-Selfie“.

Sundowner in der Salt Whistle bay auf Mayreau
Der kleine Streuner zwischen den Riesenkats in Mayreau. Wir beobachten das Treiben beim Sundowner auf der Badeplattform

Mit dem Wissen, dass die Kats sämtlich am nächsten Tag wieder ablegen, ist es für uns hauptsächlich amüsant, das Treiben zu beobachten. Durch unseren geringen Tiefgang liegen wir etwas abseits des „Gefahrenbereichs“ und nur zweimal müssen wir andere Boote, die Bordwand an Bordwand mit uns ankern, höflich bitten, die Wahl ihres Ankerplatzes nochmals zu überdenken. Und beide Male sind es Boote mit „professionellen“ Skippern, die es eigentlich besser wissen sollten. „Aber wir können doch Fender ausbringen?!?“ – „Das ist eine Ankerbucht und kein Hafen…“ Bitte nicht falsch verstehen, die meisten Leute die wir treffen, egal ob Charterboot oder Cruiser, sind tolle Menschen. Aber manchmal haben wir den Eindruck, dass bei einigen Zeitgenossen eine „Me first“ und eine „Ich kann, denn bin versichert“ – Mentalität herrscht. Leute, Bitte, nehmt Rücksicht aufeinander. Wenn kein Platz mehr ist, dann ist kein Platz. Und wer zuletzt kommt, der muss eben weiter draußen ankern oder in die in diesem Falle nur eine Meile entfernte Nachbarbucht ausweichen. Aber wie prophezeit, am nächsten Tag ist der Spuk vorbei und die restliche Woche sind es oftmals nur eine Handvoll Boote, die mit uns in der Bucht vor Anker liegen.

Drohnenaufnahme der Salt Whistle bay auf Mayreau
Am nächsten Tag ist der Spuk vorbei und wir fast allein. Danke für das Bild Sandrine und Simon.

Zumindest ein Boot ist in die Nachbarbucht ausgewichen und kommt tags drauf in die leergefegte Salt Whistle Bay: Es ist Francois Gabart, mit seiner Familie auf Urlaubssegeltörn. Er ist der erfolgreichste Einhandsegler, Vendée Globe Gewinner und mit 42 Tagen schnellster Solo-Weltumsegler. Wir hätten ihn nicht erkannt, aber Freunde von uns machen uns darauf aufmerksam. Etwas später paddeln wir mit unseren SUPs an den Strand, Kira zeigt auf die anderen Kinder, die einige Meter weiter am Strand spielen, ruft freudig „Da, Kinder!“ und rennt auf sie zu. So lernen wir den französischen Ausnahmesegler treffen, der Kira gleich eine Schaufel in die Hand drückt und sich als Francois vorstellt. Wir lassen uns nicht anmerken, dass wir ihn kennen und buddeln alle gemeinsam mit den Kindern im Sand.

Eine kurze Unterbrechung, unten geht’s weiter… Etwas Werbung in eigener Sache…


Elmo und das geraubte Blau

von Martin Finkbeiner

Elmo ist ein Klabautermann. Da sein Schiff untergegangen ist, lebt er an Land, im friedlichen Städtchen Kapkap. Eines Tages spielt ihm das Schicksal ein neues Boot in die Hände und er bricht auf, um die Welt zu sehen. Doch daraus wird nichts – denn finstere Mächte trachten danach, Verderben über den Ozean und seine Bewohner zu bringen. Auch Elmos Freundin, die Meeresprinzessin Sira gerät in große Gefahr. Elmos Reise wird zu einem gefährlichen Abenteuer. Zusammen mit seinen Freunden stellt er sich gegen die Panzerechse Leviathan, den Feind des ozeanischen Gleichgewichtes und Feind aller Schönheit und Friedfertigkeit. Mit hinterhältigen Tricks und einer furchterregenden Armee will dieser die Meeresbewohner ihres Glücks berauben.


Weihnachten auf Bequia

Von Mayreau segeln wir mit einem Übernachtungsstopp auf Canouan weiter nach Bequia. In Canouan ankern wir vor einem winzigen, schönen Sandstrand als einziges Boot. In der Nacht soll es windig und regnerisch werden, weswegen wir den Zwischenstopp einlegen. Noch ein Blick auf den Wetterbericht, dann geht es ab in die Koje. Kurz darauf ziehen die ersten Böen durch und in den vielen Regensqualls drehen wir uns immer wieder im Kreis um den Anker. Viel Schlaf gibt es nicht in dieser Nacht die vielen Winddreher und Verwirbelungen hinter dem vorstehenden Kap haben wir so nicht erwartet. Einer von uns sitzt die ganze Zeit draußen und beobachtet die Situation. Als dann gegen zwei Uhr morgens im strömenden Regen der Anker zu slippen beginnt und wir in den kräftigen Böen auf die Felsen zutreiben, muss es schnell gehen: Maschine an, Vorwärtsgas, Anker hoch. Und wo wir jetzt eh wach sind, können wir auch gleich nach Bequia weiterfahren.

Die Irmi
Willkommen in Bequia, Thomas! Die gelbe Irmi sieht nach der Atlantiküberquerung etwas mitgenommen aus

Nach sechs rumpeligen Stunden fällt der Anker wieder. Willkommen in der Admirality Bay in Bequia. Ganz innen in der Bucht liegt der Hauptort der Insel Port Elizabeth und etwas weiter draußen, wo wir vor Anker liegen, der Princess Margaret Beach. Alles macht den Eindruck einer kleinen, süßen, romatischen, fast kitschigen Welt. Hier treffen wir Thomas mit seiner Irmi wieder, der gerade von der Atlantiküberquerung ankommt und treffend bemerkt: „Das ist ja wie Bullerbü in der Karibik.“

Weihnachten auf Bequia
Weihnachten in Bequia

Auch hier bleiben wir eine gute Woche und auch hier wird es voll in den Tagen nach unserer Ankunft. Bequia ist ein beliebter Ort, um Weihnachten und Sylvester zu feiern. Wir lernen Joe und seinen Bruder Andreas kennen, die hier aufgewachsen sind, mittlerweile jedoch in Europa bzw. USA leben. Joe ist mit seiner Frau Cat und ihrem Sohn Sam, der genauso alt wie Kira ist, über Weihnachten bei seiner Familie. Kira und Sam toben jeden Tag am Strand und schon bald redet Kira von nichts anderem als von Sam und davon, dass sie jetzt unbedingt und superdringend zum Strand schwimmen muss, um mit Sam im Sand zu spielen. Uns ist das recht, denn wir freunden uns gut mit Cat und Joe an und feiern auch Weihnachten gemeinsam am Strand. An der lokalen Beachbar gibt es einfaches, aber leckeres Essen, das auf einem extra für Weihnachten grob zusammengenagelten Tisch mit Hockern aus Sandsäcken serviert wird. Kira bekommt zu Weihnachten einen großen, aufblasbaren Fisch, ein Malbuch und ein paar Duplosteine. Den restlichen Abend ist sie damit beschäftigt, gemeinsam mit Sam auf den Rücken des Fisches zu klettern und mit Geschrei in den Sand zu springen.

Auf nach Martinique

Kurs Martinique
Kurs Martinique. Am Abend taucht Saint Lucia mit seiner markanten Küste am Horizont auf

Am zweiten Weihnachtsfeiertag bietet sich ein gutes Wetterfenster, die etwa 100 Meilen nach Martinique zu segeln, wo André mit Damenbesuch auf seinem Streuner festsitzt. Eigentlich wollten wir uns in den Grenadinen wiedertreffen, aber eine kaputte Zylinderkopfdichtung hat diese Pläne durchkreuzt. Also segeln wir kurzerhand nach Norden.
Bei Ostwind mit wunderbaren 15 Knoten geht es los von Bequia. Wir segeln vorbei an St. Vincent und Saint Lucia und nach dem vielen Gegenwind der letzten Wochen ist es ein Genuss, mit Wind von der Seite und wenig Welle unterwegs zu sein. Unsere aracanga2 macht ihre Sache wunderbar und steuert sich streckenweise von selbst, ohne dass wir die Windfahne einsetzen und ohne, dass wir das Ruder anfassen müssen. Endlich macht das Segeln auf dem Katamaran Spaß. Zwischen den Inseln segeln wir mit sechs bis sieben Knoten Speed, im Windschatten der Inseln jedoch müssen wir zeitweise den Motor anschmeißen, um das kurze, gute Wetterfenster auszunutzen. Denn für den nächsten Tag ist zunächst Flaute und dann sind wieder 20 Knoten gegenan vorhergesagt. Vor dem ersten Morgengrauen biegen wir in die große Bucht von Le Marin im Süden Martiniques und bei Sonnenaufgang fällt der Anker genau neben dem Streuner. „Schön ist was anderes“ ist der erste Eindruck, aber es ist trotzdem schön, hier zu sein. Und Martinique hat mit Sicherheit mehr zu bieten als Le Marin.

Soweit für heute. Wir wünschen allerseits einen guten Start ins neue Jahr und schicken sonnige Grüße,

MaRiKi+0,5

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–> u n s e r e K a f f e e k a s s e . Alles, was hier bis Endre des Jahres gespendet wird, geht an Sea Shepherd <–

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